Was tun Roboter in der Lebensmittelindustrie? Die Einsatzmöglichkeiten sind immens. Sie veredeln Käse, indem sie riesige Käseleibe drehen und regelmäßig abbürsten. Sie zerteilen glitschige Tintenfische. Sie können sogar besser als der Mensch Gemüse und Obst nach Qualitätsmerkmalen sortieren und „bewerten“ dabei Duft, Farbe und Textur mithilfe von Sensoren und KI. In Japan platzieren sie seit langem Fischstückchen auf Reisbällchen und rollen Maki-Sushi mit beeindruckender Präzision. Roboterarme kneten Nudelteig, zaubern Latte-Art auf den Cappuccino oder Ornamente auf Desserts und Torten.
Beim Kommissionieren und Palettieren sind Roboter schon seit geraumer Zeit spitze. Sie langen richtig hin und werden niemals müde. Kollaborative Roboter (Cobots) die ohne Schutzzaun neben Menschen arbeiten, ohne diese zu gefährden, sind im Vormarsch. Ein weiterer Trend sind mobile Roboterzellen, die an verschiedenen Produktionslinien eingesetzt werden. Dank KI und 3D-Vision-Systeme übernehmen die Palettierer immer komplexere Aufgaben, stellen zum Beispiel gemischte Paletten zusammen. Und sie lernen schneller als früher, da sie intuitive Ansätze für die Programmierung erlauben. KI-Analyse ermöglicht es zudem, den Wartungsbedarf vorherzusagen, bevor es zum Ausfall kommt (Predictive Maintenance).
Hygienic Design speziell für die Nahrungsmittelproduktion
Besondere Anforderungen gibt es in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie. Beim Robotereinsatz sind diese Branchen zwar gegenüber der Automobil- oder Elektronikindustrie im Hintertreffen. Doch sie holen auf. Gerade Betriebe, die bereits erste Roboter im Einsatz haben, planen weitere anzuschaffen (laut DLG-Trendmonitor 2023). Dort sind Modelle in hygienischer Bauweise im Einsatz (Hygienic Design), oft aus Edelstahl mit besonders glatten Oberflächen. Sie sind leicht zu reinigen und halten einiges aus, etwa den Strahl eines Hochdruckreinigers (bei Schutzart IP69K) und aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Zahlreiche Details wie eine versiegelte Kabelführung und spezielle Greifer sind Teil des Hygienekonzepts. Eine Druckbeaufschlagung des Roboterarms verhindert, dass dort Mikroorganismen eindringen. Gesundheitlich unbedenklich müssen auch die eingesetzten Schmiermittel sein.





