• 08.12.2025
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POWTECH TECHNOPHARM: Strompreise runter, Maschinenpreise rauf

Die Preise für Komponenten der Pulver- und Schüttguttechnik haben sich zuletzt sehr unterschiedlich entwickelt. Für die Kalkulation von Projekten hat das gravierende Konsequenzen. Hier erfahren Sie, was sich 2025 getan hat.

Geschrieben von Armin Scheuermann

Grafische Darstellung der Entwicklung von Preisen verschiedener Maschinen und Anlagenkomponenten
Preisentwicklung bei Maschinen und Anlagenkomponenten aus den Ausstellungsschwerpunkten der POWTECH TECHNOPHARM: Veränderungen zwischen Oktober 25 und Oktober 2024
Grafische Darstellung der Preisentwicklung für Füll– und Abfüllmaschinen sowie für Installations- und Reparaturdienstleistungen in Deutschland
Die Preise für Produktionsmaschinen für die Verarbeitung von Pulvern, Schüttgütern, Flüssigkeiten und Pasten, aber auch Dienstleistungen für die Installation und Reparatur sind im Zeitraum 10-2024 bis 10-2025 unterschiedlich stark gestiegen. Als Referenz dazu (blaue Linie) die Entwicklung der Strompreise in Deutschland. Daten: Destatis

Die starke Volatilität bei den Preisen für Maschinen und Anlagenkomponenten der Schüttguttechnik hat sich auch über das Jahr 2025 fortgesetzt. So sind beispielsweise die Preise für Füllmaschinen im Zeitraum Oktober 2024 bis Oktober 2025 um 3,1 Prozent gestiegen. Doch die Teuerung bei Füllmaschinen markiert dabei nicht einmal die Spitze. Im gleichen Zeitraum verteuerten sich Verpackungsmaschinen um fast 9 Prozent! Abfüllmaschinen legten dagegen um lediglich 2 Prozent zu.

Auch bei den Anlagenkomponenten zeigten sich zuletzt starke Unterschiede. So stagnierten beispielsweise die Preise für Rohre und Armaturen zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025, Mischer verteuerten sich um 1 Prozent, Filter um 1,9 Prozent. Ganz anders stellt sich die Situation jedoch bei Trocknern und Vakuumpumpen dar. Die Preise für Trockner kletterten um 4,6 Prozent, die für Vakuumpumpen sogar um satte 7,8 Prozent. Dagegen waren bei Pumpen lediglich Preissteigerungen um 2,4 Prozent und bei Kompressoren um 1,8 Prozent zu verzeichnen. Interessant ist zudem, dass die Preise für Wärmetauscher sogar um 0,4 Prozent gesunken sind. Der größte Rückgang war allerdings beim Energieträger Strom zu verzeichnen: Elektrische Energie für gewerbliche Anlagen verbilligte sich im Jahresvergleich um 4,2 Prozent.

Interessant ist auch ein Blick auf die Preise für Dienstleistungen. So verteuerten sich Services für die Maschineninstallation im Vergleichszeitraum Oktober 24 bis Oktober 25 um 1,9 Prozent, während Dienstleistungen für Reparaturen um 4,1 Prozent teurer geworden sind. Um diese Entwicklung in Relation zu den Produkten aus dem Umfeld von POWTECH und TECHNOPHARM zu setzen, hilft der Vergleich mit typischen Schüttgütern aus dem Mining-Sektor: Diese verteuerten sich im selben Zeitraum um 3,3 Prozent.

Die Preisentwicklung bei Maschinen, wie sie auf der POWTECH TECHNOPHARM gezeigt werden, ist also durchaus volatil und uneinheitlich. Je nach Projekt lohnt sich deshalb der Blick aufs Detail, um böse Überraschungen bei der Kalkulation von Projekten zu vermeiden. Denn angesichts der langen Projektlaufzeiten von zum Teil mehreren Jahren geht es nicht nur darum, zukünftige Entwicklungen einigermaßen genau abzuschätzen, sondern auch in der Nachkalkulation Preissteigerungen und Anomalien zu bewerten.

Grafische Darstellung der Preisentwicklung für Anlagenkomponenten
Betrachtet man die Anlagenkomponenten, so zeigt sich eine deutlich unterschiedliche Dynamik bei Mischern, Trocknern, Kompressoren, Pumpen und Vakuumpumpen. Als Referenzen dazu die Entwicklung der Strompreise in Deutschland (braune Linie) und von Mining-Produkten (hellblaue Linie). Daten: Destatis

Februar 2025: POWTECH TECHNOPHARM: Preisexplosion bei Maschinen und Komponenten erschwert die Kalkulation

Ob Pulver, Feststoffe oder Flüssigkeiten – Technologien, Maschinen und Komponenten dazu sind seit vielen Jahren auf der POWTECH TECHNOPHARM zu sehen. In jüngster Zeit haben sich die Preise für diese Technik sehr dynamisch entwickelt. Auch 2025 dürfte spannend werden.

Grafische Darstellung der Preisentwicklung für Anlagenkomponenten
Produktionsmaschinen für die Verarbeitung von Pulvern, Schüttgütern, Flüssigkeiten und Pasten, aber auch Dienstleistungen für die Installation und Reparatur  haben sich seit 2021 deutlich verteuert. Als Referenz dazu (blaue Linie) die Entwicklung der Strompreise in Deutschland.

Bis Mitte 2021 war die Maschinenwelt in Sachen Preisentwicklung noch stabil. Abfüllmaschinen verteuerten sich zwischen Januar 2014 und Juni 2021 um knapp sieben Prozent, berichtet das Statistische Bundesamt. Da die Preise weitgehend linear stiegen, konnten Anlagenbauer und ihre Kunden ihre Projekte relativ einfach kalkulieren und in die Zukunft extrapolieren. Doch seit Mitte 2021 ist damit Schluss. Die Kosten entwickeln sich seither mit einer bisher nicht dagewesenen Dynamik. Im Januar 2024 mussten Investoren 17 Prozent mehr als im Juli 2021 zahlen, um eine neue Füllmaschine in Betrieb zu nehmen.

Inflation hat schon vor 2022 begonnen

Die Inflation hat auch den Maschinenbau erfasst. Anfang 2021 begann in Europa ein allgemeiner Preisauftrieb. Die schnelle wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-bedingten Einbruch 2020 führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Industrieprodukten und Energie. Was zunächst als Übergangserscheinung und Nachwehen der Pandemie galt, verstärkte sich 2022 weiter: Der russische Angriff auf die Ukraine im Frühjahr 2022 und die Lieferunterbrechungen bei Öl und Erdgas führten zur Energiepreisinflation, die bis heute die Materialpreise beeinflusst. Vor allem Strom wurde 2022 in Deutschland und Europa extrem teuer.

Doch nicht nur Energie und Materialien haben sich verteuert, auch Serviceleistungen legten deutlich zu. Die Installation von Maschinen kostete im Dezember 2024 rund 16 Prozent mehr als 2021. Dienstleistungen rund um die Wartung und Reparatur von Maschinen verteuerten sich sogar um 18 Prozent.

Schwankungen bei Mischern und Komponenten

Spannend ist zudem die Preisentwicklung bei typischen Maschinen, wie sie auf der POWTECH-TECHNOPHARM gezeigt werden: Mischer wurden zwischen Juni 2021 und Juni 2023 um 23 Prozent teurer, gaben dann aber im Folgejahr um drei Prozent nach, um sich im zweiten Halbjahr 2024 wieder um zweieinhalb Prozent zu verteuern. Auch bei Rohren und Armaturen lassen sich starke Schwankungen beobachten. Innerhalb eines Jahres (Juli 2021 bis August 2022) stiegen deren Preise um 27 Prozent. Auslöser waren die gestiegenen Materialpreise infolge der Nachholeffekte, der Energiepreisinflation und Lieferengpässen. Diese Preissteigerungen betrafen nicht nur Stahl, sondern auch Kunststoffe: Die Preise für PE, PP und PVC stiegen bereits im ersten Quartal 2021 stark an.

Interessant ist zudem die Preisentwicklung bei klassischen Anlagenkomponenten wie Kompressoren, Vakuumpumpen und Pumpen. Hier zeigt sich eine unterschiedliche Dynamik: Kompressoren verteuerten sich zwischen Juli 2021 und Juni 2023 um knapp 15 Prozent. Im selben Zeitraum stiegen die Preise für Flüssigkeitspumpen um 21 Prozent und für Vakuumpumpen sogar um 25 Prozent.

Der Preis-Teufel steckt im Detail

Bemerkenswert ist auch die unterschiedliche Entwicklung von klassischen Produktionsmaschinen und Apparaten: Während Trockner für chemische Produkte und Kunststoffe seit 2021 bis Dezember 2024 um knapp 15 Prozent teurer wurden, legten Mischer im gleichen Zeitraum um 22 Prozent zu. Um diese Entwicklung in Relation zu den Produkten aus dem POWTECH-Umfeld zu setzen, hilft der Vergleich mit typischen Schüttgütern aus dem Mining-Sektor: Diese verteuerten sich im selben Zeitraum um fast 34 Prozent.

Die Entwicklungen zeigen, dass es für Betreiber und Anlagenbauer deutlich schwieriger geworden ist, ihre Projekte zu kalkulieren. Häufig liegen zwischen dem Angebot und der Lieferung sowie Inbetriebnahme einer Anlage mehrere Jahre. Je nach Projekt können die eingesetzten Maschinen und Apparate einen enorm unterschiedlichen Anteil an den Gesamtkosten haben – es lohnt sich also, genau hinzuschauen.

Grafische Darstellung der Preisentwicklung für Anlagenkomponenten
Betrachtet man die Anlagenkomponenten, so zeigt sich eine deutlich unterschiedliche Dynamik bei Mischern, Trocknern, Kompressoren, Pumpen und Vakuumpumpen.Als Referenzen dazu die Entwicklung der Strompreise in Deutschland (braune Linie) und von Mining-Produkten (hellblaue Linie).

Autor

Armin Scheuermann
Armin Scheuermann
Chemical engineer and freelance specialised journalist