Geschrieben von Armin Scheuermann

Die Technik ermöglicht es – wie auch schon das 4..20 mA-Signal – Daten und Strom gleichzeitig über simple Zwei-Draht-Leitungen (man spricht auch vom „Single-Pair-Ethernet“, SPE) zu schicken, allerdings nun in Turbo-Geschwindigkeit: Der neue Physical Layer erreicht über Distanzen bis 1.000 Metern Übertragungsraten von bis zu 10 Mbit/s. Klingt im Vergleich zu Internet-Anschlüssen erst einmal wenig, ist aber im Hinblick auf Anwendungen in Prozessanlagen enorm viel. Mit der Fähigkeit, Geräte mit einer elektrischen Leistung bis zu 92 Watt zu versorgen, stellt Ethernet-APL eine robuste und effiziente Lösung für die Betriebsmesstechnik dar, mit der die Installation in großen Anlagen gegenüber den bisherigen Kommunikationslösungen deutlich vereinfacht werden kann – mehr Leistung bei deutlich niedrigeren Kosten.

Ethernet-APL ist nicht nur eine technologische Verbesserung, sondern ein Wegbereiter für Industrie 4.0. Es unterstützt Daten-intensive Anwendungen wie prädiktive Wartung und Echtzeit-Optimierung, die zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung beitragen. Oder um es mit den Worten von Dr. Felix Hanisch, Vorstandsvorsitzender des Anwenderverbands NAMUR auszudrücken: „Für mich ist Ethernet-APL ist die letzte Chance, die Digitalisierung im Feld wirklich zu erreichen.“