Geschrieben von Dr. Ulla Reutner

Als internationale Messe im Netzwerk der Processing Alliance schaut die POWTECH TECHNOPHARM über die Grenzen Europas hinaus – so wie viele ihrer Aussteller. Aktuell geht der Blick besonders in Richtung Südamerika. Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay sowie Bolivien als assoziiertes Mitglied) verspricht, zum Treiber des Handels zu werden. Auch Besucher- und Ausstellergruppen der POWTECH TECHNOPHARM profitieren.
Ohnehin gehört Brasilien zu den Märkten, die für die Processing-Community in den vergangenen Jahren immer weiter in den Mittelpunkt gerückt sind. Dort finden Anfang Juni 2026 die Messen FCE Cosmetique und FCE Pharma mit Schwerpunkt auf Fine Chemical Engineering statt. Sie bilden zusammen mit der analitica Latin America (28.-30. September 2027) den südamerikanischen Arm der Processing Alliance. Die globale Processing-Community profitiert von Synergien innerhalb dieses Netzwerks, zu der auch die Foodtech & Global Pack in Athen und der IPB China gehören. Es hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden übergreifend die Zugänge zu neuen Märkten zu erleichtern.
Seit dem 1. Mai 2026, an dem das EU-Mercosur-Abkommen vorläufige Gültigkeit erlangt hat, haben sich nun Marktzugang und Exportchancen in beide Richtungen verbessert. Vor allem der Maschinen- und Anlagenbau wird vom Abbau der hohen Zölle in Südamerika – durchschnittlich elf Prozent – profitieren. Der VDMA erwartet einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Nordamerika und Asien. Insbesondere von sogenannte First-Mover-Vorteil werde man profitieren, da die Länder in Südamerika bisher mit keinem anderen Handelspartner ein entsprechendes Abkommen vereinbart haben.

95 Prozent aller Maschinenbauprodukte sind vom Zollabbau begünstigt. Der deutsche Verband VDMA bemängelt jedoch, dass die Zollabbaufristen zwischen zehn und 15 Jahre betragen. Zu den wenigen Produkten, die direkt auf einen Zollsatz von 0 Prozent reduziert werden, gehören Maschinen für die Maschinen für die Süßwarenindustrie, Kakao und Schokolade. Kein Zollabbau vorgesehen ist dagegen für Nahrungsmittelmaschinen sowie Pumpen mit Messvorrichtung. Dennoch erwarten viele VDMA-Mitglieder neue Geschäftschancen. Schon 2025 hatte sich der Markt positiv entwickelt. Die Ausfuhren in die Mercosur-Staaten legten um 7,1 Prozent auf etwa 3,5 Mrd. Euro zu.
Auch Europas Chemie- und Pharmaindustrie, aus der die größte Besuchergruppe der POWTECH TECHNOPHARM stammt, wird zu den Gewinnern des Freihandelsabkommen gehören. Die Zölle für deren Produkte betrugen bisher bis zu 14 Prozent. Die exportorientierten Branchen werden künftig einen riesigen Markt mit 260 bis 275 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern zu besseren Bedingungen beliefern können. Die Exporte beliefen sich bisher auf rund 14 bis 15 Mrd. Euro. Mittelfristig sollen 90 Prozent der Chemieprodukte künftig zollfrei exportiert werden. Dies sollte gerade bei Spezialchemikalien, Industriematerialien und Pharmawirkstoffen zu einem deutlichen Wachstumsschub führen.
Der deutsche Verband der Chemischen Industrie VCI freut sich auf den offenen Handel. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert den Schritt: „In unsicheren Zeiten setzt Europa damit ein klares Signal: Kooperation statt Abschottung. Für die chemisch-pharmazeutische Industrie bedeutet das weniger Hürden und mehr Planungssicherheit in Südamerika.“
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Besucher und Aussteller der POWTECH TECHNOPHARM, die den Rückenwind nutzen und ihr Südamerika-Geschäft nun verstärken wollen, steht das Netzwerk der Processing Alliance zur Seite. Neben der Kontaktaufnahme mit den Organisatoren der Messe sowie der brasilianischen Partnermessen soll künftig auch der Pavilion Processing Alliance Möglichkeiten bieten, mit südamerikanischen Firmen ins Gespräch zu kommen. 2026 findet man diesen Gemeinschaftsstand auf der POWTECH TECHNOPHARM in Halle 7A. Die dortigen Aussteller aus internationalen Schlüsselmärkten können aus erster Hand Auskunft über die Besonderheiten ihrer Märkte geben. Ein Argument mehr, die Messe für Technologien zur Verarbeitung von Pulvern, Feststoffen und Flüssigkeiten vom 29. September bis 1. Oktober 2026 in Nürnberg zu besuchen. Auch die GxP-konforme Herstellung von Pharmazeutika wird durch zahlreiche Aussteller abgedeckt. Der Ticketverkauf ist bereits in vollem Gange. Mit dem Gutscheincode PTTP26Insights erhalten Leser der Industry Insights ihr Ticket sogar kostenlos.