Waschen und Nassaufbereitung: Sauberkeit als Qualitätshebel
Verunreinigungen sind einer der Hauptgründe, warum Rezyklate nicht in höherwertige Anwendungen gelangen. Trommel- und Reibwäscher, Friktionswäscher sowie Schwimm-Sink-Becken entfernen Anhaftungen wie Etiketten, Füllgüter, organische Rückstände oder Stäube. Parallel dazu trennt die Dichteseparation schwimmende von sinkenden Fraktionen.
Ein klassischer Anwendungsfall sind Folien- und Hartkunststoffe aus der Verpackungsindustrie, etwa aus Lebensmittel- oder Haushaltsverpackungen. Durch eine konsequente Nassaufbereitung lassen sich die resultierenden Rezyklate deutlich höherwertig einsetzen, etwa in Non-Food-Verpackungen oder technischen Bauteilen. Für Kunststoffrecycler, die Lebensmittel-, Haushalts- und Kosmetikbranche ist dieser Schritt ein zentraler Hebel für Ressourceneffizienz.
Partikeltechnik: Vom Reststoff zum marktfähigen Produkt
Je kleiner Reststoffe sind, desto herausfordernder ist ihre Verwertung. Moderne Verfahrenstechnik bietet Möglichkeiten, kleine Partikel und selbst Stäube wiederzuverwerten.
Agglomeration und Granulation: Feinstäube nutzbar machen
Viele Recyclingprozesse erzeugen feine Pulver oder Stäube, die sich schlecht transportieren, dosieren oder sicher handhaben lassen. Agglomerations- und Granulationsverfahren fügen diese feinen Partikel zu größeren, mechanisch stabilen Granulaten oder Pellets zusammen, etwa in Mischern, Trommel- oder Tellergranulatoren, oft mit einem Bindemittel und kontrollierter Feuchte.
Ein Beispiel sind zinkhaltige Stahlwerksstäube: Statt sie zu deponieren, werden sie pelletiert und anschließend in Hochöfen oder Drehrohröfen eingesetzt. So können metallische Wertstoffe zurückgewonnen und Primärrohstoffe ersetzt werden. Bedeutende Anwender sind Stahlwerke, die Nichteisenmetallurgie, Chemie- und Baustoffindustrie, die ihre Nebenprodukte in internalisierte Kreisläufe überführen möchten.
Wirbelschichttechnik: Trocknen, Agglomerieren, Beschichten
Wirbelschichtanlagen bringen Partikel durch einen Luftstrom in Schwebe und erzeugen so eine intensive Umströmung jeder einzelnen Partikeloberfläche. Das ermöglicht hoch effizientes Trocknen, Kühlen, Agglomerieren oder Beschichten. Gerade für pulverförmige Sekundärrohstoffe eröffnen sich dadurch produkttechnische Optionen, die über einfaches Abfallmanagement hinausgehen.
Staubige Sekundärrohstoffe aus chemischen oder pharmazeutischen Prozessen lassen sich zu frei fließenden, staubarmen Granulaten verarbeiten, die sich sicher dosieren und weiterverarbeiten lassen. So werden aus produktionseigenen Reststoffen marktfähige Produkte. Die Technologie ist insbesondere für Chemie und Pharma, Food und weitere pulververarbeitende Betriebe interessant.