- 04.09.2026
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- Automatisierung & Digitalisierung
Digitalisierung in der Verfahrenstechnik: Trends auf der POWTECH TECHNOPHARM
Vernetzte Sensoren, KI-Algorithmen und automatisiertes Schüttguthandling verändern die Verfahrenstechnik. Hier lesen Sie, welche Digitalisierungstrends aktuell die größten Hebel bieten und welche Aussteller der POWTECH TECHNOPHARM 2026 konkrete Lösungen für Betreiber und Planer mit nach Nürnberg bringen.
Geschrieben von Marius Schaub

Digitalisierung und Automatisierung haben sich in der Prozessindustrie vom „nice to have“ zu zentralen Stellschrauben für die Wettbewerbsfähigkeit entwickelt. Gerade in der Verfahrenstechnik mit ihren oft komplexen, kontinuierlichen und sicherheitskritischen Prozessen eröffnen neue Lösungen zahlreiche Hebel für höhere Produktivität, stabile Qualität, bessere Rohstoffnutzung, sinkenden Energieverbrauch und einen effektiveren Umgang mit begrenzten Fachkräftekapazitäten.
Vernetzte Sensoren liefern heute Echtzeitdaten aus Silos, Reaktoren, Mischern und Förderstrecken, die sich in Leitsystemen oder IIoT-Plattformen zusammenführen lassen. Auf dieser Datenbasis optimieren Algorithmen, KI-Applikationen und moderne Automatisierungssysteme die Prozesse und machen es möglich, Anlagen vorausschauend und schrittweise immer autonomer zu betreiben – vom Schüttguthandhandling bis zur Umverpackung.
Trends auf der POWTECH TECHNOPHARM
Wie stark diese Trends die Verfahrenstechnik prägen, zeigt die POWTECH TECHNOPHARM, die vom 29. September bis 1. Oktober 2026 erneut die internationale Community in Nürnberg zusammenbringt. Die Fachmesse ist das Tor zum europäischen Markt für Technologien zur Verarbeitung von Pulvern, Granulaten und Schüttgütern sowie zur Handhabung von Flüssigkeiten – inklusive Analyse, Messinstrumente, Steuerung, Automatisierung und Digitalisierung.
Im Fokus stehen dabei insbesondere Trends wie vernetzte Sensorik und IIoT, datengetriebene und KI-gestützte Prozessoptimierung, automatisiertes Pulver- und Schüttguthandhandling, vorausschauende Instandhaltung und Zustandsüberwachung sowie Energie- und Ressourcenmanagement. Aussteller demonstrieren ihre Innovationen auf der POWTECH TECHNOPHARM direkt vor dem eigenen Zielpublikum aus Anlagenbetreibern, Planern, Ausrüstern und Engineering-Partnern, oft mit Live-Demonstrationen und praxisnahen Best-Practice-Beispielen.
Digitalisierung ist mehr als die Summe ihrer Teile
Die Digitalisierung der Verfahrenstechnik vollzieht sich nicht in einem großen Technologiesprung, sondern in einer Reihe ineinandergreifender Entwicklungen. Vernetzte Sensorik und IIoT schaffen zunächst die Datengrundlage, auf der datenanalytische und KI-gestützte Werkzeuge Prozesse optimieren und Automatisierungslösungen zunehmend das Dosieren, Fördern und Verpacken übernehmen.
Parallel dazu etablieren sich Konzepte wie Predictive Maintenance und Condition Monitoring, um die Verfügbarkeit kritischer Aggregate zu sichern, während Energie- und Ressourcenmanagementlösungen helfen, die Effizienz der Anlagen ganzheitlich im Blick zu behalten.

Industrie 4.0: Vernetzte Sensorik & IIoT
Vernetzte Sensorik und IIoT stehen am Anfang jeder Digitalisierungsoffensive: Moderne Messgeräte erfassen Füllstand, Grenzstand, Druck und andere Prozessgrößen kontinuierlich, kommunizieren über standardisierte Schnittstellen und werden zu den Augen und Ohren der Anlagensteuerung. Für die Verfahrenstechnik bedeutet das, dass Betreiber Füllstände, Flussraten und kritische Zustände in Silos, Mischbehältern oder Förderstrecken in Echtzeit kontrollieren, Grenzwerte automatisiert über Leitsysteme überwachen und Eingriffe aus der Leitwarte oder remote auslösen können – ein wichtiger Schritt hin zu transparenteren und sichereren Prozessen.
Ein Aussteller, der diese Entwicklung greifbar macht, ist VEGA (Stand 9-348), der auf der POWTECH TECHNOPHARM moderne Sensorik für Schüttgüter und Pulveranwendungen präsentiert. VEGA zeigt Füllstand-, Grenzstand- und Drucksensoren, darunter Radar-Lösungen für anspruchsvolle Schüttgutanwendungen, die sich nahtlos in gängige Steuerungs- und IIoT-Umgebungen integrieren lassen.
Datenanalyse & KI-gestützte Prozessoptimierung
Sobald Prozesse ausreichend vermessen sind, rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die Fülle an Informationen sinnvoll nutzen lässt. Hier kommen Datenanalyse und KI-gestützte Optimierung ins Spiel. In der Verfahrenstechnik können KI-Algorithmen etwa Dosierprofile, Siebvorgänge, Abfüllprozesse oder Filtration kontinuierlich auswerten, Muster erkennen und Vorschläge für optimierte Einstellungen liefern, um Durchsatz, Genauigkeit und Energieeinsatz zu verbessern.
Ein prominenter Vertreter ist HAVER & BOECKER (Stand 7A-519), der zur POWTECH TECHNOPHARM 2026 mit Artificial Intelligence & Robotics (AIR) Bulk-Handling- und Verpackungslösungen sowie Filtermethoden und KI-basierte Prozesse präsentiert. Mit seinen zugehörigen Zweigen zeigt der Aussteller live, wie Bildverarbeitung, Robotik und datengetriebene Algorithmen zusammenwirken, um Schüttgüter präziser zu füllen, zu verpacken und zu kontrollieren.

Automatisiertes Pulver- und Schüttguthandhandling
Automatisierte Pulver- und Schüttguthandhabung adressiert die Herausforderungen der Praxis: hohe Anforderungen an Hygiene und Sicherheit, komplexe Rezepturen und wachsende Dokumentationspflichten. Automatisierte Systeme übernehmen das Fördern, Dosieren und Mischen von Rohstoffen, reduzieren manuelle Eingriffe und Staubemissionen und ermöglichen gleichzeitig eine präzise, reproduzierbare Rezepturführung bei sinkender Fehlerquote und höherer Prozessstabilität.
Als Spezialist für die Automation und Logistik von Rohstoffen bietet AZO (Stand 7-806) dazu ein breites Portfolio: Anlagenbau, Schüttgutlogistik und eigene Steuerungs- und Automatisierungstechnik für Food, Pharma, Kosmetik, Chemie und Kunststoffe. Auf der POWTECH TECHNOPHARM demonstriert AZO, wie automatisiertes Handling von Groß- und Mittelkomponenten sowie die Integration von Klein- und Kleinstmengen in den Prozess aussieht – inklusive Lösungen für die Anbindung an Leitsysteme und datenbasierte Optimierung der Materialflüsse.

Predictive Maintenance & Condition Monitoring
Mit zunehmender Automatisierung steigt die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit zentraler Aggregate wie Gebläse, Verdichter, Ventilatoren oder Förderaggregate. Hier setzt Predictive Maintenance an: Anstatt nur auf Störungen zu reagieren, erfassen Zustandsüberwachungssysteme Schwingungs- und Prozessdaten, erkennen Abweichungen frühzeitig und helfen, Wartungen gezielt zu planen, bevor ungeplante Stillstände entstehen.
AERZEN (Stand 9-420) zeigt auf der POWTECH TECHNOPHARM 2026, wie das in der Praxis aussieht: Das Unternehmen präsentiert Prozessluft- und Druckluftlösungen, die mit digitalen Systemen zur Zustandsüberwachung und Energieoptimierung kombiniert werden. Der Anbieter stellt dabei auch Softwarelösungen vor, die Effizienzsteigerung und vorausschauende Wartung für Gebläse- und Verdichteranwendungen ermöglichen.
Energie- und Ressourcenmanagement durch Automatisierung
Angesichts hoher Energiekosten und Klimazielen rückt die Frage nach dem Energie- und Ressourcenverbrauch von Prozessen immer stärker in den Vordergrund. Digitale Energie- und Ressourcenmanagementsysteme erfassen Verbräuche entlang der Prozesskette, identifizieren ineffiziente Betriebspunkte und ermöglichen es Betreibern, Maßnahmen zur Senkung von Strombedarf, Druckluftverbrauch und Materialverlusten datenbasiert umzusetzen.
Ein Beispiel aus der Praxis ist R + B Filter (Stand 7A-708), die plissierte Filterelemente und Lösungen für Luft- und Staubfiltration bereitstellen und damit einen direkten Beitrag zu energieeffizienter, emissionsarmer Verfahrenstechnik leisten. Der Anbieter zeigt auf der POWTECH TECHNOPHARM, wie moderne Entstaubungssysteme durch optimierte Filterelemente und angepasste Steuerung den Druckluftbedarf reduzieren, die Anlagenluft sauber halten und gleichzeitig Produktverluste minimieren.
Die Digitalisierung der Verfahrenstechnik schreitet kontinuierlich fort
Neben Kerntrends entwickeln sich noch mehr Themen weiter, die die Digitalisierung der Verfahrenstechnik vorantreiben: MES-Systeme, digitale Qualitätsüberwachung oder flexible Automationsbausteine für bestehende Anlagen. Sie wirken häufig als verbindende Schicht zwischen Feldinstrumentierung, Automatisierung und betriebswirtschaftlichen Systemen und machen es möglich, statt einzelner Anlagen ganze Werke digital zu betrachten.
Digitalisierung und Automatisierung sind längst zu strategischen Hebeln für die Verfahrenstechnik geworden – von der vernetzten Sensorik über KI-basierte Prozessoptimierung und automatisierte Schüttguthandhabung bis hin zu Predictive Maintenance sowie Energie- und Ressourcenmanagement.
Anlagenbetreiber, Planer, Ausrüster und Engineering-Partner, die ihre Prozesse effizienter, stabiler und leistungsfähiger gestalten wollen, finden auf der POWTECH TECHNOPHARM 2026 eine breite Palette an Lösungen und Praxisbeispielen, um die nächsten Schritte ihrer Digitalisierungsvorhaben gezielt zu planen.
Weitere Informationen und Aussteller- bzw. Produktsuche:
https://www.powtech-technopharm.com/de-de/aussteller-produkte
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